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Jahrgangsgemischte  Eingangsstufe

Seit Beginn des Schuljahres 2013/14 gibt es an unserer Schule fünf jahrgangsgemischte Lerngruppen, die aus Kindern des ersten und zweiten Schulbesuchsjahres bestehen. Die herkömmlichen ersten und zweiten Klassen haben wir aufgelöst. Grundsätzlich werden alle Kinder eingeschult.

Eingangsstufe – Was ist das?

Die Kinder besuchen die jahrgangsgemischte Eingangsstufe in der Regel zwei Jahre. Danach wechseln sie in den 3. Schuljahrgang.

Schnell lernende Kinder können bereits nach einem Jahr in den 3. Schuljahrgang wechseln.

Kinder, die mehr Zeit benötigen, können drei Jahre in der Eingangsstufe bleiben und rücken dann in den 3. Schuljahrgang auf.

Warum tun wir das?

Kinder bringen heute völlig unterschiedliche, ganz individuelle und sehr heterogene Lernvoraussetzungen und soziale Erfahrungen mit. Zum Zeitpunkt der Einschulung befinden sie sich auf recht unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Sie kommen aus extrem unterschiedlichen Elternhäusern. Die vorschulischen Einrichtungen arbeiten mit verschiedenen Konzeptionen. Es gibt Kinder, die gar keinen Kindergarten besucht haben.

Unter Umständen besteht in einer Klasse eine Entwicklungsspanne von 3 Jahren: Manche Kinder können bereits lesen, finden sich schon im Zahlenraum bis 20 oder sogar bis 100 zurecht. Andere wiederum bringen überhaupt noch keine Fähigkeit zur Lautwahrnehmung mit und müssen erst die Mengen bis 10 begreifen. Genauso unterschiedlich sind ihre Lernausgangslagen bezüglich der Sprachkompetenz, der Feinmotorik, des Arbeits- und Sozialverhaltens. Es gibt Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Wahrnehmungsschwächen.

In unserer Schulentwicklungs-AG erhob sich für uns (Lehrer und Eltern) im Schuljahr 2008 die Frage: In welcher Organisationsform können wir die Kinder mit ihren so unterschiedlichen Fähigkeiten besser abholen? In einer jahrgangsgleichen Klasse, die möglicherweise bis zu 27 Kindern umfasst oder in einer jahrgangsgemischten Klasse, in der bis Klasse 3 jedes Jahr durchschnittlich 9 Schulanfänger hinzukommen?

Als kindgerechte Schule wollen wir versuchen, einen Unterricht zu schaffen, in dem jedes Kind die Chance erhält, nach seinem individuellen Lerntempo und Leistungsvermögen, sowie seiner persönlichen Lernmethode zu lernen.

Dafür müssen wir die Kinder, wenn sie in die Schule kommen, dort abholen, wo sie in ihrer Entwicklung stehen.

Mit dem Lernen in jahrgangsgemischten Gruppen wird an die Gruppenstruktur im Kindergarten angeknüpft. Jahrgangsgemischte Gruppen fördern kooperatives Lernen, gegenseitige Hilfe und die Übernahme von Verantwortung.

Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen wird der jahrgangsübergreifende Unterricht in der Eingangsstufe besonders gerecht. Nicht mehr das Alter entscheidet über das Lernangebot, das ihm gemacht wird, sondern seine Fähigkeit in einem bestimmten Bereich.  Die Unterrichtsform des jahrgangsübergreifenden Lernens fördert individuelles und gemeinsames Lernen. Sie gehört zu den zentralen Empfehlungen der Kultusministerkonferenz für Schulreformen nach PISA. Die Schuleingangsphase ist in vielen Bundesländern in etwas unterschiedlichen Ausführungen verpflichtend bzw. möglich (Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Schleswig Holstein, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Hamburg und Bremen).

 

Zehn Gründe für die Arbeit in jahrgangsgemischten Lerngruppen

1.       Schulanfänger und Schulanfängerinnen lernen von Anfang an in einer erfahrenen Gruppe die Regeln des Zusammenlebens.

Dadurch entfällt die sonst sehr lange Eingewöhnungsphase am Anfang der Schulzeit.

 

2.       Mit Beginn eines Schuljahres ändert das Kind seine Stellung innerhalb der Lerngruppe. Es erlebt sich abwechselnd als jüngeres oder älteres Mitglied der Lerngruppe. Ein älteres Kind ist ein erreichbares Vorbild und bestimmt das Verhalten der Jüngeren. Die Großen entwickeln innerhalb der Gruppe Verantwortungsgefühl für das Gruppengeschehen, was sich positiv auf die Klassengemeinschaft und die Lernatmosphäre auswirkt.

3.       Jedes Kind, auch ein leistungsstarkes, erlebt, dass ein anderes (z.B. älteres)  Kind mehr kann. Aber auch jedes langsam lernende Kind kann sich als Helfer erleben. Gerade das leistungsschwächere Kind des älteren Jahrganges erlebt den Neuzugang als sehr motivierend, denn es kann seine Lernfortschritte im Vergleich zu den jüngeren erfahren. Sein Selbstbewusstsein wird dadurch gesteigert. Es spürt, dass es ja doch schon etwas gelernt hat, so viel, dass es den jüngeren Kindern helfen kann.

4.       Die Älteren (und nicht nur die Leistungsstarken) erhalten Gelegenheit, erst vor kurzem gelerntes zu wiederholen, wiederzugeben und zu vertiefen. Kinder lernen von- und miteinander in einer Weise, die Eltern, Erzieher und Lehrer nicht ersetzen können.

Ist das Zeitvergeudung? Sollte das helfende Kind in der Zeit nicht lieber an seinem eigenen Lernstoff weiterarbeiten, vorankommen und gefordert werden?

Eins schließt das andere nicht aus! Ein leistungsstarkes Kind schafft trotzdem viel mehr als andere! Ein lernschwächeres Kind wiederholt, festigt den Lernstoff.

5.       Sehr leistungsstarke Kinder können bereits die Unterrichtsziele des höheren Schuljahrgangs anstreben.  Durch die Individualisierung des Unterrichts werden Kinder in ihrem Lerneifer nicht ausgebremst. Jedes Kind kann dort abgeholt werden, wo sich Anknüpfungspunkte für weitere Lernentwicklungen bieten.  Das Problem der Über- und Unterforderung entfällt. Kinder mit besonderen Fähigkeiten haben jederzeit die Möglichkeit, mit Kindern des darauffolgenden Schuljahres zusammenzuarbeiten.

6.       Kein Kind bleibt bei Übergängen allein. Die Verweildauer der Kinder in der Eingangsstufe ist unterschiedlich: Wenn bei einem Kind trotz Förderung Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten nicht ausgeglichen werden können, verbleibt es ein weiteres Jahr in der Eingangsstufenklasse. Das Kind behält den Lehrer / die Lehrerin, den größten Teil der Kinder und erfährt nicht das schmerzliche Ausgesondert Sein (Sitzenbleiben als Stigmatisierung).

7.       Die Lerngruppen sind heterogen. Durch die Jahrgangsmischung wird die Heterogenität der Kinder als Bereicherung angenommen. Die Kinder erfahren: Verschiedensein ist normal.

8.       Schüler und Schülerinnen übernehmen Verantwortung für ihr Lernen. Die Kinder werden von Anfang an zur Selbständigkeit angehalten, da der Lehrer gezwungen ist, auf eine breite Leistungsheterogenität zu reagieren. Sie lernen zunehmend mit Unterstützung der Lehrkraft, sich selbst zu organisieren und für ihr individuelles Lernen Eigenverantwortung zu übernehmen. Ziel: Das Lernen lernen.

9.       Lehrerinnen und Lehrer planen und reflektieren im Team. Die Gestaltung des Unterrichts geschieht soweit wie möglich kooperativ.  Anregungen  weitergeben, sie annehmen und gemeinsam entwickeln zu können ermöglicht es, die eigenen Wege zu überdenken, neue Wege zu gehen und bewährte Wege auszubauen.

10.   Lehrerinnen und Lehrer folgen bewusst den Entwicklungsschritten einzelner Kinder. Sie gewähren den Kindern individuelle Zeit, warten ab.  Ein Ziel des Unterrichts ist das Eingehen auf die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Kinder. Dazu gehören sowohl die Förderung von besonderen Begabungen wie auch die Förderung bei Entwicklungsverzögerungen. Das aufmerksame und systematische Beobachten der Lernentwicklung der Kinder ist dabei wesentlicher Bestandteil des Unterrichts. Auf dieser Grundlage werden Entscheidungen für die weitern Lernschritte getroffen. Einzelne unsichere Kinder benötigen mehr Führung. Bei dieser Form der Unterrichtsorganisation hat der Lehrer die Möglichkeit, sich diesen Kindern verstärkt zuzuwenden.

 

     

 

 

 

 

 

 

 

  

 

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